Dienstag, 15. Juli 2014

barbara

männern empfehle ich gern, sich beim sex auf das eigene vergnügen zu konzentrieren, anstatt ständig nach dem orgasmus der frau zu schielen.

dieser ratschlag ist therapeutisch gemeint, also vorübergehend. ein gedanke, der auf andere gedanken bringen soll. eine behelfsbrücke zu besserem sex, die nach dem überschreiten abgerissen werden kann. und außerdem und überhaupt gilt das nur für männer. alles klar??

barbara nämlich zeigt mir, wohin es führt, wenn man es mit dieser einstellung übertreibt. barbara legt sich gern auf den rücken, lässt sich fingern-lecken bis sie quietschend atmend ihre zwei, drei orgasmen genossen hat - und steht dann auf, um so schnell wie möglich den rest ihres lebens zu beginnen, während ich mit dem schwanz in der hand auf hilfe warte.

nicht immer. aber öfter als selten.

ende vergangener woche bringe ich uns ein neues spielzeug mit. eins von den neumodischen dingern, die frau während des verkehrs tragen kann: eine art spange; das dünne ende kommt mitsamt dem penis in die vagina, das dicke ende liegt auf der klitoris und macht ssssssbbbbrrrrmmmmssss. wir probieren rum, es ist ganz nett. plötzlich quietschatmung, ich reagiere zu spät, barbara kommt.

barbara kommt ... und geht. wo ich gern zu abend essen würde?

ok, denke ich. mal ansprechen die sache.

ich: deine bettsitten erinnern mich an einen mann.
sie: wieso das denn?
ich: mit deinem orgasmus kommt die sache zum legitimen abschluss und etwaige noch bestehende wünsche des partners verfallen.
sie (bereits ihre sachen packend): falls es dich tröstet, mein orgasmus war ziemlich schlecht.

ok du kleine ratte, denke ich und ärgere mich darüber, wie witzig ich ihre antwort finde.


heute morgen endlich bot sich gelegenheit zur revanche.

wir erwachen gemeinsam, barbara rollt sich auf den rücken, räkelt sich, schlingt ihr linkes bein um meine hüfte und spendet mir ihre interpretation eines verführerischen blicks. jetzt bloß nichts verräterisches tun, sonst riecht die noch den braten.

ich lecke-fingere inbrünstig und lasse meine rechte hand in erratisch-konvulsiver liebespein zwischen meinem schwanz und ihrem g-punkt pendeln.

sie: fesselst du mich?
ich: natürlich, liebste!

ratte nachhaltig ahnunglos, denke ich erfreut.

angeregt durch christine (siehe unten) erlebe ich gerade eine bondage-rennaissance, von der auch barbara bereits profitiert hat. ich lege ein rotes 3m- und ein schwarzes 10m-seil zurecht, was sie zweifellos auf ihr diesbezügliches lieblingsprogramm hoffen lässt. (handgelenke zusammengebunden überm kopf, beine an den knöcheln und über den knien aufgespreizt.) doch anstatt in diesem sinne tätig zu werden, ziehe ich ein kondom über und dringe in sie ein.

ein fieser gedanke: was, wenn ich nicht rechtzeitig kommen kann?

ihre rechte hand bearbeitet die klitoris, das ist gefährlich. ich greife sie mir und halte sie über ihrem kopf fest, während ich mich weiterhin der sehr ungewohnten aufgabe widme, so schnell wie möglich zu kommen.

es gelingt. es gelingt in rekordzeit. und der orgasmus ist schlecht. rekordverdächtig schlecht!

ich greife nach dem kondom, entferne mein organ aus barbara, greife nach dem klopapier, ...

barbara guckt.
ich: liebste, du warst großartig.
barbara guckt.

ich verschwinde aufs wc und spüle den kondom-klopapier-wickel runter. ich wechsle ins bad, putze mir die zähne, steige unter die dusche, ...

eine viertelstunde später stehe ich in der küche und koche wasser. auch für dich einen kaffee, liebste? rufe ich. barbara guckt. vermute ich zumindest. später dann gemeinsames frühstück, barbara nagt mit perfekt gespielter gleichmut an ihrem kornspitz.

ich: (nachdenklich) weißt du, du hast recht. es reicht wirklich, wenn einer von beiden spaß hat. es muss nur der richtige sein!
barbara guckt!
ich: es war heute nicht ganz so gut für mich. (nachdenklich) nein warte, ehre der wahrheit: gewiss war der heutige orgasmus unter den top-10 der miesesten höhepunkte meiner bisherigen daseinsfrist. aber was solls. du hattest einen schlechten tag, das kann passieren.
sie: toll, so eine rache.
ich: gelassen sprichst du aus, was ich kaum zu denken wage.

genug geschauspielert, jetzt wird sie zickig. ich soll auf ihrer terrasse saubermachen und ihren müll raustragen und überhaupt müsse ich dann bald mal gehen, sie habe zu tun.

ich verabschiede mich unter sachdienlichen hinweisen auf nahegelegene müllsammelstellen und putzpersonal. man sieht sich!

Keine Kommentare: